Wo Sauberkeit Hygiene ist
Krankenhausreinigung und Reinraum: geprüft statt geschätzt
In hygienesensiblen Bereichen entscheidet nicht, wie ein Raum aussieht, sondern ob das Verfahren eingehalten wurde – und ob sich das nachweisen lässt. Eine Fläche kann sauber wirken und trotzdem falsch behandelt worden sein.
Wir sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Einsatz – mit Sitz im Ortenaukreis.
Warum hier ein anderer Maßstab gilt
In einem Bürogebäude ist die Sichtprüfung ein brauchbarer Anhaltspunkt: Was aussieht wie gereinigt, ist meist gereinigt. In einer Klinik und im Reinraum stimmt das nicht mehr. Dort hängt das Ergebnis an Dingen, die man einer Fläche hinterher nicht ansieht.
- Reihenfolge. Von rein nach unrein, nicht umgekehrt – und nicht mit demselben Tuch zurück.
- Einwirkzeit. Ein Desinfektionsmittel, das nach zwei Minuten trockengewischt wird, hat nicht gewirkt. Angesehen hat man es ihm nicht.
- Dosierung und Standzeit. Angesetzte Lösungen haben eine begrenzte Haltbarkeit, und zu schwach angesetzt ist wirkungslos.
- Wechselrhythmus. Wie viele Zimmer mit einem Bezug, wie viele Flächen mit einem Tuch.
Jeder dieser Punkte ist eine Verfahrensfrage. Deshalb wird hier das Verfahren geprüft und nicht der Eindruck.
Klinik und Pflege
Grundlage ist die DIN 13063 – die Norm für Reinigung und desinfizierende Reinigung in Krankenhäusern – zusammen mit den KRINKO-Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Flächenhygiene.
- Risikobereiche abgrenzen. Welcher Bereich welcher Risikoklasse zugeordnet ist und welches Verfahren daraus folgt – das steht erstaunlich oft nirgends schriftlich.
- Handkontaktflächen. Was täglich hundertfach angefasst wird, steht in vielen Leistungsverzeichnissen unter „wöchentlich“.
- Desinfektionsmittel und Nachweise. Welches Mittel, welche Liste, welche Einwirkzeit – und ob die Einweisung dazu dokumentiert ist.
- Abläufe im laufenden Betrieb. Entlassungsreinigung, Isolierzimmer, Wechsel zwischen Bereichen.
Reinraum und hochsensible Fertigung
Im Reinraum gibt ISO 14644 den Rahmen vor; Teil 5 regelt den Betrieb und damit auch die Reinigung. Der Unterschied zur Klinik ist das Schutzziel: Dort geht es um Keime, hier zusätzlich um Partikel – und die größte Partikelquelle in einem Reinraum ist der Mensch, der ihn reinigt.
- Schleusendisziplin und Kleiderordnung. Der häufigste Befund liegt vor der Tür, nicht dahinter.
- Material und Verfahren. Reinraumtaugliche Tücher und Bezüge, Wischtechnik ohne Verwirbelung, Einwegsysteme wo nötig.
- Reihenfolge und Frequenz passend zur Klasse des Bereichs.
- Dokumentation. Was wann von wem gereinigt wurde – im Reinraum Teil des Nachweises, nicht Beiwerk.
Geprüft wird von einer ausgebildeten Desinfektorin. Unsere operative Leitung ist Fachkraft für Reinigung und Desinfektion und hat hochsensible Bereiche in Kliniken wie in der industriellen Fertigung geprüft. Das ist der Unterschied zu einer Begehung mit Checkliste: Wer die Verfahren selbst gelernt hat, sieht in zehn Minuten auf der Etage, was ein Protokoll nicht zeigt.
Was wir dabei nicht tun
Wir klassifizieren keine Reinräume und führen keine Partikelmessung oder Betriebsqualifizierung nach ISO 14644-1 durch. Dafür braucht es kalibrierte Messtechnik und akkreditierte Stellen – ein eigener Markt, und nicht unserer.
Ebenso wenig nehmen wir mikrobiologische Proben oder ersetzen die Hygienefachkraft im Haus, den Hygieneplan oder die Aufsicht durch das Gesundheitsamt.
Was wir liefern, ist der Befund zur Reinigungs- und Desinfektionsqualität: ob das vereinbarte Verfahren eingehalten wird, wo es abweicht und woran das liegt – dokumentiert und damit verwendbar, auch als Zulieferung für Ihr eigenes Qualitätsmanagement.
Der Anschluss an das Audit
Methodisch läuft die Prüfung wie jede andere bei uns: festgelegte Stichprobe, festgelegte Kriterien, wiederholbares Ergebnis – siehe Audit nach DIN EN 13549. In hygienesensiblen Bereichen kommt der Verfahrensteil hinzu, und die Bewertung richtet sich nach der Risikoklasse des Bereichs statt nach dem optischen Eindruck.
Bleibt es nicht beim Befund, folgt die Einweisung auf der Fläche – siehe Praxis-Schulung. Gerade hier ist das der entscheidende Schritt: Fast jede Abweichung, die wir finden, ist kein Unwille, sondern fehlendes Wissen über das Warum.
Hygienebereich prüfen lassen
Sagen Sie uns, um welche Bereiche es geht und was Ihnen aufgefallen ist. Wir sagen Ihnen, wie eine Prüfung dort aussähe und was sie bringt.
Termin vereinbaren Audit nach DIN EN 13549